Naturfreundehaus
Luise Wyneken

Luise-Wyneken-Straße 4
31582 Nienburg
Telefon  (0 50 21) 2812
Fax        (0 50 21)88 92 51      E-Mail:
nfh@naturfreunde-Nienburg.de

Region

Die Mittelweserregion verfügt über ein Netz von über 2000 km abgelegenen Radwegen durch abwechslungsreiche Marsch-, Wald-, Moor- und Geestlandschaft.

Das Moor kann in verschiedenen Varianten aufgesucht werden. Vom totalen Abbau bis hin zur geglückten Renaturierung.

Zahlreiche natürliche Badeseen, der Naturpark Steinhuder Meer, Naturdenkmäler wie der Giebichenstein oder die Saurierfährten im Saurierpark Münchehagen sind beliebte Ziele unserer Gäste. Ein Freizeitgelände an einem alten Kiesteich mit Bademöglichkeiten inklusiv einem abgesteckten Nichtschwimmerbereich kann von unseren Gästen 3 km entfernt besucht werden.

Der Ziegenhof, die Straußenfarm oder die Schafskäserei ermöglichen den Einblick in eine andere Landwirtschaft. Aber auch Künstlerinnen und Künstler haben sich angesiedelt und öffnen ihr Atelier nach Rücksprache. Wir sind bereit, den Kontakt herzustellen.

Baugeschichtlich interessant ist das Zisterzienserkloster in Loccum, der Bücker Dom, die königlichen Kuranlagen in Bad Rehburg, das Scheunenviertel in Estorf, zahlreiche (Wasser-) Mühlen und natürlich die historische Altstadt von Nienburg, die Sie den Bärenspuren entlang erforschen können.

Wem die kulturelle Vielfalt in Nienburg mit Museen, Theater und soziokulturellem Zentrum nicht reicht, ist in weniger als einer Stunde Bahnfahrt in Hannover oder Bremen.

Artikel aus der NaturFreundIn -
Zeitschrift der NaturFreunde Deutschlands 1/2005

Der Radfernweg Weser gehört zu den meist befahrenen in Deutschland und führt nur 50 Meter am Naturfreundehaus Luise-Wyneken in Nienburg vorbei.  In der Region hat sich das Naturfreundehaus mit als erstes auf wandernde Gäste mit nur einer Übernachtung eingestellt. Die ruhige Lage mit der Weser in Blicknähe und der historischen Altstadt nur zehn Gehminuten vom Haus entfernt, macht das Naturfreundehaus einzigartig. 

Einzigartig ist auch die Fülle an abseits gelegenen Radwegen rechts und links der Mittelweser. 2000 km gekennzeichnete Touren gibt es allein im Landkreis Nienburg, und jedes Jahr werden weitere Lücken geschlossen. Varianten für Familientouren bis 30 km oder sportliche Unternehmungen um die 80 km sind daher ausreichend vorhanden.

Abseits des Fernweges zeigt sich die tatsächliche Vielfalt der Region. Die Marschlandschaft mit zahlreichen natürlichen Badeseen wechselt in eine sanft wellige Geest über, wo Feld, Wald, Moor und Meer – das Steinhuder Meer - die Gäste erwarten.

Was die Mittelweser ebenfalls ideal für den Radurlaub macht, ist die Möglichkeit, Strecken mit der Bahn zu erweitern oder abzukürzen. Von Hamburg über Rotenburg an der Wümme, von Bremen und Hannover oder Minden in Nordrhein-Westfalen ist die Kreisstadt umweltfreundlich erreichen. Und das Rad darf mitgenommen werden.

Die Nienburger NaturFreunde haben etlicheThementouren für Radkurzurlaube zusammengestellt: Moorerlebniswelten oder der Fisch auf dem Lande, Touren zu kleinen Käsereien, Künstler öffnen ihre Ateliers, kleine Gärten – Großer Garten. In diesem Jahr finden vom 5.bis 11.Juni die LiteraTouren statt. Außerdem sollen in 2005 Wandervorschläge mit dem ÖPNV für den Kurzurlaub ausgearbeitet werden. Jeder 100.Gast in 2005, der ökologisch anreist, erhält ein exklusives Frühstück.

„Ist ja wie ein Museumsdorf,“ bemerkt Karsten. So habe ich als Einheimischer den Ort Bühren am Rande der Wesermarsch noch nicht betrachtet. Ich führe Gäste hierher, um ihnen zu zeigen, dass es auch in unserer Mittelweserregion bergauf gehen kann. Natürlich auch, weil rings um die romanische Kirche aus dem 13.Jahrhundert eine Harmonie ausgestrahlt wird. Das alte Gehöft, Fachwerkhaus mit dem alten Backhaus und die inzwischen bewohnte Schule: Alles zusammen wirkt tatsächlich museumshaft. Wir radeln weiter zum Nachbarort Binnen, von wo aus man auf die Wesermarsch blickt. Wo wir stehen, am Firedhof, war zur Eiszeit das Weserufer. Die fruchtbaren Wiesen und Äcker weichen heute dem Kiesabbau, der die Landschaft in eine Seenlandschaft verwandelt. Der Badesee „Die Rolle“ steht teils unter  Naturschutz, aber auch die Server haben ein Revier und unter den Weiden finden Badehungrige ein schattiges Plätzchen. Der Wellier Kolk mit öffentlichem Badestrand ist Überbleibsel eines alten Weserarms.

Auf Badespaß verzichten wir heute ebenso wie auf den Spaziergang durch die Binner Schlucht. Eine Verkostung erwartet uns. Neben der Bahnlinie, auf der die NaturFreunde auch schon mal eine Draisinenfahrt, geht es nach Oyle. Ab dem Rittergut führt uns der Bach zur Straußenfarm. Wieder einmal sorgt der Anblick der Strauße und gegenseitige Neugier für einen Stopp. Dann radeln wir zurSchafskäserei, wo Eckhard uns die Schafe auf den „Bruchwiesen“ zeigt und uns in der kleinen Käserei erklärt, wie verschiedene Käsesorten entstehen. Mir schmeckt der Camembert mit den italienischen Kräutern am besten. Es ist die sechste Käserei innerhalb vier Tagen, die wir per Rad aufsuchen. Wir vergleichen noch den Schafskäse mit den Ergebnissen des Ziegenhofes aus Burdorf und dem Lichtenmoor sowie den weiteren Kuhkäsereien aus Ehrenburg und Eilte an der Aller. Auf dem Rückweg radeln wir durch das Naturschutzgebiet, wo kleine Parzellen von Hecken und Bäumen eingegrenzt sind und so den ursprünglichen Zustand der Marsch erkennen lassen.

Nienburg empfängt uns mit seiner blauen eigens für Fußgänger und Radfahrer errichteten Weserbrücke wieder. Parallel zur Weser verlaufen die Wallanlagen, die bis auf 150 Meter die Altstadt mit dem Weserrenaissance-Rathaus umschließen..  In Nienburg dient der grüne Gürtel entlang des Flusses, dem Steinhuder Meerbach und dem Stadtgraben zum Spazierengehen. Dahinter locken Burgmannshöfe, kleine Gassen und eine ausgedehnte Fußgängerzone mit zahlreichen Fachwerkhäusern und Cafés mit Gewölbekellern . Mitte der 70er Jahr begann die Altstadtsanierung mit dem Posthof, in dem einst die königlichen Kuriere Halt gemacht haben. Heute beherbergt der Posthof die Stadtbücherei.

Wenn nicht gerade Altstadtfest im September oder das Pellkartoffelessen im Juni ist, ist die Innenstadt besonders beim Wochenmarkt mittwochs und samstags lebendig. Hier trifft man sich zum Klönen. Im Mai und Juni bestimmt Spargel die zahlreichen Stände. Wer Heidelbeeren liebt, sollte mit dem Rad zum Bickbeerenhof nach Brokeloh fahren ( 2004 zu einem der schönsten Dörfer der Bundesrepublik gekürt). Hier kann man die blauen Beeren aus Öko-Anbau selber pflücken. Auch ein Abstecher in die nördlichste Sektkellerei Deutschlands im Neustädter Schloss lockt, oder ein Ausflug ins erfolgreich renaturierte Rehburger Moor.

Ideal für den Familienausflug ist auch der Planetenpfad  zu den Hügelgräbern beim Giebichenstein. Ein Bus fährt zum Dinosaurierpark Münchehagen, zum Industriemuseum Glashütte Gernheim radeln sogar Nienburger, aber man kann auch mit dem Zug bis nach Lahde fahren und mit der Solarfähre über die Weser setzen. Museumshungrige erfahren in Heimsen etwas über die Geschichte der Heringsfänger oder bekommen auf dem Weg zum Geburtshaus von Wilhelm Busch beim Glaskünstler ein altes Naturfreunde-Lied auf seiner Gitarre vorgespielt. 

Wer mehr als die Mittelweserregion erleben will, kann Nienburg als Ausgangspunkt nehmen, um per Zug Niedersachsen vom Wattenmeer bis zum Harz zu erkunden. Wanderwart Lutz Lukas lädt alljährlich zum Tagesausflug auf den Brocken ein.